Medien- und Politikinfo 10.09.2026
Der Flughafen will mehr Starts und Landungen pro Stunde
Info-Veranstaltung zum Erweiterungsantrag des Flughafens in Meerbusch-Büderich
Bis zu 60 Starts und Landungen pro Stunde sollen möglich werden – voller Saal bei der Infoveranstaltung im Gasthof Krone in Büderich!
Die gut besuchte Infoveranstaltung der Bürger gegen Fluglärm am Mittwoch (9.9.) in Büderich machte die Risiken des öffentlich gern verharmlosten Flughafen-Antrags deutlich: Es geht dem Flughafen „nur“ darum, weitere Urlaubsflieger anzulocken.
Daher hat er auch den Bau weiterer Abstellpositionen und die vermeintlich dem „Verspätungsabbau“ dienende Flexibilisierung beantragt. Will man wirklich Verspätungen abbauen, so wird der Flughafen sicherlich einer Regelung zustimmen, die eine Verrechnung von Guthaben nur von Montag bis zum Folge-Sonntag ermöglicht, statt über eine gesamte Flugplanperiode. Dies ist völlig ausreichend, um auf kurzfristige (!) Ereignisse reagieren zu können. Ebenso müsste der Flughafen zustimmen, dass die Erhöhung auf bis zu 60 FB/h nur zwischen 8 und 20 Uhr möglich sein soll, um den Anforderungen des §29b des Luftverkehrsgesetzes („auf die Nachtruhe der Bevölkerung ist in besonderem Maße Rücksicht zu nehmen“) und der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes („AbSchwellen des Lärms zum Abend und v.a. zur Nacht hin“) Rechnung zu tragen. Aber genau wie bei der Frage, warum nicht jeder Start nach 22 Uhr und jede Landung nach 23 Uhr die Luftaufsicht fragen muss, wird die Reaktion des Flughafens entlarvend sein.
Zur Klarstellung: Auch wenn diese Flüge NICHT verboten werden, die Fluggesellschaften sollen nur wenigstens FRAGEN müssen. Aber es ist ein Unding, dass die Betroffenen rund um den Flughafen Düsseldorf schlechter gestellt sind als die Anwohner des weitaus größeren Flughafens Frankfurt, wo jeder (!) nach 23 Uhr die Luftaufsicht fragen muss.*
Niemand will den Flughafen abschaffen, aber ein Mindestmaß an Rücksichtnahme (Nachtruhe) darf es schon sein.
*) Warum wird wohl die FDG-Geschäftsführung das weit von sich weisen, wieder einmal von der drohenden Abwanderung (wohin denn??) von Airlines sprechen? Weil ihr das „Argument“ genommen wird, dass weitere Billigflieger a la Ryanair und Easyjet ja bis Mitternacht landen können, ohne überhaupt jemanden informieren, geschweige denn fragen zu müssen.
Der Antrag ist völlig unglaubwürdig
Ende 2025 hat der Flughafen den Antrag neu gestellt, gegenüber dem ursprünglichen Antrag mit einem einzigen Unterschied: Die aktuelle Genehmigung hat für die 6 verkehrsreichsten Monate einen Deckel von 131.000 Flugbewegungen, der sollte ursprünglich entfallen und ist nun wieder drin. Dieser Deckel hat vor dem Hintergrund der letzten Krisen (z.B. Finanzkrise, Corona, Ukraine- und Iran-Krieg) keine Relevanz mehr und wird ohnehin in den nächsten Jahren nicht erreicht. Alle anderen Punkte, insbesondere die Erhöhung der Stundeneckwerte auf bis zu 60 Starts und Landungen pro Stunde (bisher 47) sollen bleiben, und die festen, vorab zu definierenden Stunden, in denen die zweite Landebahn mitgenutzt werden kann, soll nach wie vor flexibilisiert werden. Auch die unzumutbaren Nachtflüge sollen nicht reduziert werden.
Die zum Antrag gehörende Luftverkehrs-Prognose berechnet bis 2040 ohne die beantragten Änderungen 119.100 Flugbewegungen im Linien- und Charterverkehr in den sechs verkehrsreichsten Monaten („Referenz-Szenario“). Mit den Änderungen sollen es 121.300 sein („Prognose-Szenario“), also gerade einmal 2.200 Starts und Landungen mehr, das sind pro Tag gerade einmal 12 Flugbewegungen, nicht einmal 2% mehr. Wozu dieser Aufwand für so wenige Wachstum?
Bei den Nachtflügen soll sich – so der Flughafen – angeblich nichts ändern. Allerdings weist die Luftverkehrsprognose 8.104 Nachtflüge in 6 Monaten aus, also 45 (im Wesentlichen) Landungen pro Nacht. Durch die beantragten Änderungen soll es angeblich keinen einzigen Nachtflug mehr geben (gegenüber dem „Referenz-Szenario“). Aktuell (Sommer 2026) sind es allerdings nur durchschnittlich 33,6, bei eigentlich nur erlaubten 33 planbaren Landungen, also eine Steigerung zu heute von über 30%. Das ist nicht hinnehmbar“
Eigene Hochrechnungen berechnen bei Vollauslastung der beantragten Stundeneckwerte sogar über 51 Starts und Landungen nach 22 Uhr, ohne dass höhere Verspätungsquoten berücksichtigt sind, alleine durch die höhere Gesamtzahl.
Alle Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, gegen diese zusätzliche Belastung Einwendungen vorzubringen, denn von den zusätzlich zu erwartenden Starts und Landungen sind Menschen von Kaarst bis Essen betroffen.
Der Antrag sowie die dazugehörigen Gutachten und Erläuterungen werden in den betroffenen Kommunen, unter anderem in Meerbusch, Düsseldorf, Ratingen, Mülheim und Essen, vom 2. September bis zum 1. Oktober 2026 öffentlich ausgelegt. Die Unterlagen können außerdem online über das Portal Beteiligung.NRW eingesehen werden.
Einwendungen können bis einschließlich 15. Oktober 2026 eingereicht werden. Entscheidend ist der Posteingang, nicht der Poststempel.
Jetzt persönliche Einwendung erstellen
Mit unserem Formular erstellen Sie in wenigen Minuten Ihr persönliches Einwendungsschreiben gegen die geplante Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf.
Weitere Informationen und Veranstaltungen
Weitere Erläuterungen und Kritikpunkte zur geplanten Kapazitätserweiterung finden Sie auf unserer Website.
Die Powerpoint-Präsentation der Veranstaltung finden Sie hier:
Infoveranstaltung BgF 9.9.2026
Eine weitere Informationsveranstaltung findet am 22. September 2026 in Essen-Kettwig statt, in der werden die Folgen des Antrags ebenfalls diskutiert.
