Medien- und Politikinfo 11.10.2026
Viele Städte lehnen Flughafenerweiterung ab
Die BÜRGER GEGEN FLUGLÄRM begrüßen, dass sich viele Städte rund um den Flughafen Düsseldorf schützend vor Ihre Bürger gestellt haben und eine klare Stellungnahme zum Antrag des Flughafens auf noch mehr Flugbewegungen frühmorgens und spätabends/nachts abgegeben haben.
Unter anderem haben sich die Städte Meerbusch, Ratingen, Kaarst, Neuss, Korschenbroich und Willich gegen die Erweiterungspläne des Flughafens Düsseldorf ausgesprochen. Weitere Städte beschäftigen sich in dieser Woche noch mit dem Antrag.
Da die Pläne des Flughafens eindeutig drauf abzielen, noch mehr in Düsseldorf stationierte Flugzeuge anzulocken, die morgens früh starten und abends/nachts möglichst spät wieder landen wollen, erwarten wir von den anderen Kommunen, die sich bisher abwartend und/oder weniger klar geäußert haben, dass sie sich eindeutiger positionieren. Es geht nicht nur um juristische Feinheiten, sondern um politische und mediale Verantwortung.
Was droht? Morgens sind pro Stunde 36 Starts möglich, diese errechnen sich aus 3600 Sekunden einer Stunde geteilt durch 100 Sekunden durchschnittlichen Startabstand. Will man noch mehr, dann wird es problematisch. Die Deutsche Flugsicherung DFS sagt:
Sehr geehrte Frau Bappert*,
unter Bezugnahme auf Ihre Anfrage vom 17.12.2024 können wir Ihnen mitteilen, dass die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) derzeit keine Änderungen an den An- und Abflugstrecken zum/vom Flughafen Düsseldorf plant oder nach heutigem Stand für erforderlich hält, um den Anstieg der Flugbewegungen in Folge der begehrten Anhebung auf 60 Slots pro Stunde zu bewältigen.
*) Verantwortliche beim Flughafen Düsseldorf
„derzeit“. 2005 haben wir erlebt,, wie sehr schnell nach Erteilung der Betriebsgenehmigung die Anflugstrecken verändert wurden, mit ganz neuen Belastungen durch den Gegenanflug, so z.B. in MG-Ost, Korschenbroich oder im Essener Süden.
Selbst wenn die Routen nicht geändert werden (man verkauft das gerne als „Entlastung“ anderer) dann wird eine angestrebte Steigerung auf 40 und noch mehr Starts pro Stunde dazu führen, dass halt an den Rändern der sog. „Flugerwartungsgebiete“ geflogen wird, so z.B. über Neuss, Willich, Krefeld oder Ratingen-Hösel. (der vordere innen flach und schnell, der hintere außen und stärker steigend, somit langsamer, schon kann man den Startabstand verringern. Die DFS ist (äußerst) interessierte Partei, Fixkosten und Erlöse pro FB, je mehr desto besser…
Bei den Landungen ist es noch schlimmer (und durchsichtiger): nachts sind 33 Landungen pro Stunde auf der Hauptbahn möglich (3600 sec. : 109 sec). Das geht aber nur, wenn sich keiner aus der Vorstunde verspätet UND wenn alle Landeanflüge absolut gleichverteilt im 109 Sec. Abstand zur Verfügung stehen (das ist die große Schwäche der Kapazitätsberechnung mit Simulationen, alles muss zu 100% passen). Die Wirklichkeit :
Rund ein Drittel der geplanten Landungen zwischen 21 und 22 Uhr verspäten sich in die Nacht nach 22 Uhr und behindern die dort (zulässig) geplanten bis zu 33 Landungen, so dass diese nicht vor 23 Uhr abgewickelt werden können.
Alle Anrainer des Flughafens sollten sich bewusst sein, dass er Flughafen nur dieses Ziel hat, die Tagesrand- und Nachtstunden noch stärker zu belasten. Und wofür? Auch dazu geben die Unterlagen einiges preis:
Nur 500.000 Passagiere mehr durch eine neue Genehmigung? Nur 2.800 Flugbewegungen, gerade einmal 1,45 % mehr? Dies würde man auch schaffen, wenn die Zahl der Passagiere pro FB auf 147 gesteigert würde.
Und von den 2.800 FB mehr dann auch noch mehr als 2.000 mehr in der Nacht, von rd. 6000 auf rd. 8000 Nachtflüge? Und da ist der Flughafen beleidigt, wenn sich die Politik schützend vor ihre Bürger stellt?
Der ganze Antrag ist eine Mogelpackung, ein trojanisches Pferd. Wer versäumt hat, sich vor dem Fristablauf am 15.10.2026 juristisch zu äußern sollte dies auf politischem und medialem Wege tun. Politiker haben Verbindungen zur Landespolitik, so gilt Essens OB Kufen als Vertrauter von MP Wüst, die grünen, roten und gelben Ortsverbände haben Einfluss auf ihre Landespolitiker, jeder Versuch macht klüger….
Und: jede(r), der 2015 oder jetzt Einwendungen erhoben hat, egal ob auf Listen oder anderweitig, der/die kann diese Einwendungen ergänzen, ideal direkt an Verkehrsminister Oliver Krischer : poststelle@munv.nrw.de
Das Verfahren wird Jahre dauern. Umso bedeutsamer der Antrag der BÜRGER GEGEN FLUGLÄRM, die Nachtflug-Bestimmungen von der Genehmigung zu lösen und zu verschärfen. Warum auch sollte nicht jeder Jet, der in DUS nach 22 Uhr starten oder nach 23 Uhr landen will die Luftaufsicht fragen müssen, so wie jetzt ab 0 Uhr?? Diesen Antrag, der vom Ministerium mit rein formalen, aber falschen (!) Begründungen abgelehnt wurde, kann ebenfalls jede(r) unterstützen, ebenfalls durch politische und mediale Kontakte. Die Zeiten, wo alle dem Flughafen auf den Leim gekrochen sind, die sind vorbei. Dieser stadtnahe Flughafen sollte endlich auch einmal etwas für die Lärm- und Abgasgeplagten Anwohner tun und sich v.a. nachts zurückhalten. Ist das etwa zu viel verlangt?

