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    Medien- und Politik-Info 09.05.2023

    Flughafen Düsseldorf täuscht über seine wirklichen Ziele: Erweiterung auf 60 Flüge pro Stunde soll doch bleiben

    2. Erweiterte Stellungnahme der Bürger gegen Fluglärm:

    Die Ankündigung des Flughafens Düsseldorf, den Erweiterungsantrag teilweise zurückzuziehen und nur noch „smart innerhalb der bestehenden Kapazitätsgrenzen zu wachsen“, erweist sich als ein großer Bluff. Äußerungen in der Presse (Rheinische Post und WAZ) offenbaren jetzt, was er wirklich will:

    Lediglich die bisherige halbjährliche Obergrenze von 131.000 Starts und Landungen, die in dem Erweiterungsantrag nicht mehr enthalten waren, soll wieder gelten. Alles andere, insbesondere die Erhöhung der Stundeneckwerte auf 60 Flugbewegungen pro Stunde soll bleiben.

    Das heutige Interview mit Herrn Lars Redeligx in der Rheinischen Post zeigt deutlich wohin der Hase laufen soll. Langfristig will der Flughafen die jetzt schon viel zu laschen Abend- und Nachtregelungen voll ausreizen. Es ist einfach nicht wahr, dass in Düsseldorf die Betriebsgenehmigung schon jetzt eine der restriktivsten in Europa ist. Durch immer weitere Wiederholungen wird dieser Unsinn nicht richtiger. Für solch einen Großflughafen sind die Regelungen im Vergleich zu anderen europaischen Flughäfen sehr moderat und werden vor allen Dingen viel zu lasch kontrolliert und gemaßregelt.

    Genau das war ja das große Problem bei dem Antrag der Kapazitätserweiterung. Ja bloß nicht an dieser sehr toleranten Regelung zum Vorteil des Flughafens kratzen. Und als das Verkehrsministerium drohte, jegliche Änderung an der Kapazität hieße auch straffere und strengere Nachtflugregelungen wurde plötzlich der alte Antrag erst mal auf die lange Bank geschoben und NICHT zurückgezogen.

    Das allgemeine Geschwafel über Veränderungen des Flugverkehrs und mehr Klimaschutz sind nur Nebelkerzen, die geworfen werden, um völlige Freiheit bei der Planung des Flugverkehrs und der 2 Start- und Landebahnen für die Zukunft zu erlangen.

    Unser Verein hat schon seit vielen Jahren nachgewiesen, dass mehr Flugverkehr auf beiden Bahnen unweigerlich erhebliche Verspätungen im Flugverkehr in Düsseldorf nach sich zieht. Und was folgt bei diesen Verspätungen? Immer mehr Nachtflüge, die in Düsseldorf abgewickelt werden müssen, „um die planmäßige Abwicklung für den nächsten Tag“ gewährleisten zu können.

    All die von Herrn Redeligx genannten Maßnahmen um mehr Passgiertransporte vorzunehmen wie z. B. Einsatz größerer Fluggeräte, und drastische Reduzierung der Inlandsflüge, um neue Kapazitäten bezüglich täglicher Flugbewegungen zu erhalten, werden von unserem Verein seit Jahren dringend gefordert und sind ein alter Hut.

    Wie der Flughafen täuscht, hat Herr Redeligx im gleichen Interview bloßgestellt. Am Anfang sagt er dass die Obergrenze von 131.000 Flügen während der sechs verkehrsreichsten Monate nicht wegfallen soll. 5 % unter dieser Obergrenze (124.300) wären genug. Ein paar Absätze später heisst es, dass 128.000 Flugbewegungen für den Linien- und Charterverkehr reserviert sein sollen. Ja was denn nun??

    Das ist für die Bürger gegen Fluglärm nicht akzeptabel. Verbunden mit der Forderung nach mehr Flexibilität bedeutet das noch mehr Fluglärm. Insbesondere „am Tagesrand“, wie Herr Redeligx selbst zugibt, wird damit die für die Anwohner aktuell schon sehr belastende Situation noch unerträglicher. Und bei Verspätungen wird das auch erhebliche Auswirkungen auf die Nachtflüge haben.

    „Wenn der Flughafen glaubt“, sagt Christoph Lange, 1. Vorsitzender der Bürger gegen Fluglärm, „mit diesem Mini-Schritt der halbjährlichen Obergrenze, die er ohnehin nicht braucht, sich die  Nachtflüge erkaufen zu können, dann hat er sich getäuscht. Wir werden weiterhin für eine stärkere Nachtruhe kämpfen.“

    Entgegen der Beteuerungen des Flughafens will er maximale Flexibilität ohne irgendwelche  Einschränkung zum Schutz der Umwelt und der betroffenen Bürger. Die kleinste Androhung einer Beschränkung wird sofort mit den üblichen Drohungen und Gefahren für die Wirtschaft  gekontert. Daran sieht man das der nicht im mindesten an einer Kooperation mit den Lärm- und Abgasgeplagten Anwohnern interessiert ist.

    Wir, der Verein „Bürger gegen Fluglärm“ werden nach diesen Ankündigungen und Verlautbahrungen des Flughafens keinen Zentimeter von unseren Forderungen nachgeben, d. h. absolute Nachtruhe und keine weitere Flexibilisierung der Flugbewegungen am Tage! Immer mehr betroffene Menschen unterstützen uns dabei und sogar das Verkehrsministerium hat mittlerweile eine Einsicht erlangt.

    Es ist ein großer Erfolg unserer jahrelangen und stetigen Bemühungen, der Krake Flughafen Einhalt zu gebieten. Die jetzigen Genehmigungen reichen mehr als aus um wirtschaftlich handeln zu können, jetzt brauchen wir nur noch schärfere Nachtflugregeln die tatsächlich auch eingehalten werden und bei Zuwiderhandlungen merkbar bestraft werden.

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