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    Wann endlich handelt Minister Krischer?

    Seit 2015 schwelt der Streit um die Kapazitätserhöhung am Flughafen Düsseldorf. Verkehrsminister Oliver Krischer kündigt in einem Interview eine Entscheidung „binnen Wochen“ an, statt sich um die drängenden Probleme am Flughafen zu kümmern.

    Die meisten Verspätungen am Flughafen Düsseldorf entstehen nicht durch knappe Pisten-Kapazitäten, sondern durch stotternde interne Abläufe und v.a. durch die viel zu knappen Planungen der Fluggesellschaften, die mit reduzierten Flotten und Mitarbeitern gerade in den Spitzenwochen versuchen, ein Maximum an beförderten Passagieren und Erlösen herauszuquetschen. In den Osterferien droht ein erneutes Chaos, das nicht nur zu Lasten der lärm- und abgasgeplagten Anwohner, sondern auch auf dem Rücken der Passagiere und Mitarbeiter ausgetragen wird:

    Flughafeninterne Maßnahmen mögen helfen, das Chaos in der Abflughalle abzumildern, die nächtlichen Verspätungen werden wie im Vorjahr explodieren. Wollte man noch mehr planbare Starts und Landungen genehmigen, so müsste zunächst einmal eine belastbare Verkehrsprognose erstellt werden. Dies ist schier unmöglich. Es fehlt zudem an einer Klimaverträglichkeitsprüfung, die die EU vorschreibt. Ebenso unklar: Warum gab es 2005 bei +12,5% eine Risiko-Analyse, in 2023 soll diesebei +33% verzichtbar sein?

    Das Ausland macht es vor: Der rund dreimal so große Flughafen Amsterdam-Schiphol reduziert die Zahl der maximal pro Tag abfliegenden Passagiere, weil anders das Chaos mit den reduztierten Abfertigungsmöglichkeiten nicht bewältigbar erscheint:

    Niederlande wollen Schiphol-Flugbewegungen stärker einschränken

    Die Niederlande wollen die Flugbewegungen in Amsterdam aufgrund neuer Lärmschutzvorschriften deckeln. Der Flughafen schlägt einen Kompromiss vor. Aktuell gibt es Kapazitätsbeschränkungen aus ganz anderen Gründen.

    dh mit Reuters 24. Februar 2023, 16:43 Uhr

    siehe auch: https://www.airliners.de/niederlande-schiphol-flugbewegungen-staerker-einschraenken/67889

    „Aktuelle Kapazitätsbegrenzungen

    Derweil gibt es in Schiphol aktuell weitere tägliche Obergrenzen, die mit den Kapazitätsbeschränkungen in der Abfertigung zusammenhängen.

    Am Dienstag hatte der Flughafen verkündet, dass während der Maiferien täglich nur 66.000 Passagiere abfliegen können. Das ist zwar ein Anstieg von den derzeit 40.000 Passagieren pro Tag – aber immer noch weit unter dem Niveau von 2019.“

    Der Flughafen Amsterdam (2019: 71,7 Mio. Passagiere) ist rd. dreimal größer als DUS mit in der Spitze 25,5 Mio Passagieren. Schiphol verfügt über 4 Pisten. Warum geht anderswo, was angeblich in DUS unantastbar sein soll?

    Die Beschränkung auf 66.000 abfliegende Passagiere bedeutet also eine Reduzierung um 33% gegenüber den täglich möglichen 98.229 abfliegenden Fluggästen (71,7 Mio : 2 : 365 Tage). Auf DUS übertragen würde dies bedeuten, dass von im Durchschnitt heute maximal erlaubten 377 Starts maximal 250 stattfinden dürften, was bei 150 Passagieren knapp 40.000 Passagieren entsprechen würde. Die wären sicherlich abfertigbar. In DUS streicht nur Lufthansa/Eurowings die Flugpläne zusammen, alle anderen setzen auf die laxen Nachtflugbestimmungen.

    Auch Frankfurt, Paris und London haben es in 2022 geschafft, die Zahl der Flüge zugunsten der Anwohner, Passagiere und Mitarbeiter zu begrenzen, um kein Chaos entstehen zu lassen. In Düsseldorf verhindert die sehr flughafenfreundliche Fachabteilung des Verkehrsministeriums, dass Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer (B90/Grüne) die langjährigen Wahlkampf-Versprechungen seiner Partei umsetzt und endlich ein konsequentes Nachtflug-VERBOT verhängt, das seinen Namen auch verdient. Bisher wurden die Hunderttausenden von in ihrer Nachtruhe gestörten Anwohner mit vagen Ankündigungen vertröstet. Diese haben mehrheitlich Grün gewählt, weil sie hofften, dass es endlich besser wird. Es wird Zeit, zu handeln, Herr Minister.

    Statt dessen blieben das Schreiben der Bürger-Initiativen von Anfang Februar (das u.a. vom Rat der Stadt Meerbusch einmütig unterstützt wurde) sowie das Schreiben von BgF-Vorstand Christoph Lange (beide im Anhang) aus dem Januar unbeantwortet, ja es gab noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung. Dies allein ist skandalös.

    Statt sich um das Chaos zu kümmern bastelt die Fachabteilung munter an einem Planfeststellungsbeschluss, der mit großer Sicherheit wieder einmal dem Flughafen die größten Kuchenstücke zuschanzt, die Anwohner aber – wie in den letzten Jahrzehnten – mit Bröseln abspeist. Und das auf der Basis fehlender, fehlerhafter oder in sich widersprüchlicher Gutachten? Das wird ein politisches, mediales und angesichts der kratergroßen Lücken auch juristisches Desaster. Wem nutzt das alles?

    Gerade erst hat McKinsey vor unangebrachtem Optimismus gewarnt. Hohe Zinsen, hohe Energiepreise, angeknackstes Verbrauchervertrauen und anhaltende Lieferkettenprobleme sieht das Beratungsunternehmen als Gefahren, die der Branche die sonnigen Prognosen verhageln könnten.

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