Flughafen Düsseldorf ist bei schlechtem Wetter hoffnungslos überlastet

Es ist Winter, und im Januar ist tatsächlich auch im Rheinland einmal Schnee gefallen. Der Schnee war lange angekündigt, und es war nicht einmal besonders viel, gerade einmal 3 bzw. 5 cm. Trotzdem bricht am Flughafen Düsseldorf der reguläre Flugbetrieb praktisch zusammen.

Die Bürger gegen Fluglärm beobachten den Flugbetrieb in Düsseldorf schon lange mit großer Aufmerksamkeit. Insbesondere die Verspätungen sind eine besondere Belästigung, weil sich der Fluglärm dann bis tief in die Nacht hineinzieht. Sowohl am 22. Januar als auch am 30. Januar waren sie wieder besonders hoch. Obwohl ab 22 Uhr eigentlich ein Startverbot herrscht, flogen an beiden Tagen – nein Nächten – noch mehrere Flugzeuge bis weit nach 23 Uhr ab. Am 22. waren es 20 Starts nach 22 Uhr, 8 davon nach 23 Uhr, und am 30. Januar waren es 17 Starts nach 22 Uhr, 5 davon nach 23 Uhr.

Ursache: Etwas Schneefall. Am 22. Januar setzte er im Laufe des Nachmittags ein. Bis dahin wurden alle Flüge weitgehend pünktlich abgewickelt. Doch sofort nach Einsetzen des Schneefalls schnellten die Verspätungen in die Höhe. Der Flughafen konnte nur noch zwischen 10 und 15 Flugzeuge pro Stunde abfertigen, obwohl teilweise über 20 Starts geplant waren. Vor den Enteisungsstationen bildeten sich lange Schlangen, die Flugzeuge mussten bis zu 1 1/2 Stunden warten, bis sie an der Reihe waren. Ähnlich die Situation am 30. Januar: Hier gab es am Vormittag bereits einen Schneeschauer, sofort schossen die Verspätungen in die Höhe. Über Tag entspannte sich die Situation wieder etwas, um am späten Nachmittag von vorne zu beginnen. Auch hier verzögerten sich die Starts bis nach 23 Uhr.

Und die meisten Flüge benötigten nicht einmal eine Ausnahmegenehmigung für ihren Start nach 22 Uhr. In den Nachtflugbestimmungen des Flughafens gibt es einen Passus, dass Flugzeuge, die vor 21:50 Uhr ihre Parkposition verlassen haben, auf jeden Fall starten dürfen, die sogenannte „off-block-Regelung“. Normalerweise reichen diese 10 min aus, um zur Startbahn zu rollen und abzuheben, vielleicht mal 1 oder 2 min länger. Doch wenn sie noch enteist werden müssen, und vor den Enteisungsstationen lange Schlangen stehen, kann das nicht funktionieren.

Bei Enteisungsbedingungen sinkt die Kapazität der Starts am Flughafen Düsseldorf offen-sichtlich drastisch auf max. 15 Starts pro Stunde. Es gibt dort 4 Enteisungsstationen. Pro Flugzeug (je nach Größe etwas unterschiedlich) werden durchschnittlich 15 min benötigt. Wie Insider berichteten, waren teilweise sogar nur 3 Enteisungsstationen im Einsatz. Um den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten würde man eigentlich 7 bis 8 Stationen benötigen – doch um Geld zu sparen verweist man lieber auf das „ach so schlechte Wetter“ – Auf Kosten der Mitarbeiter, der Passagiere und nicht zuletzt der Anwohner.

Christoph Lange, 1. Vorsitzender der Bürger gegen Fluglärm ist empört: „Wenn der Flughafen schon meint, sich Enteisungsstationen sparen zu können, weil sie ja nicht so oft gebraucht werden, dann muss er auch die Konsequenzen tragen, und die Maschinen müssen am Boden bleiben. Es kann nicht sein, dass wieder einmal die Anwohner die Zeche zahlen und der Flughafen die Gewinne einstreicht. Daher müssen die Nachtflugbestimmungen dringend entsprechend verschärft werden. Die „off-block“-Regelung gehört ersatzlos gestrichen.“

Das Phänomen, dass nicht alle Flüge abgewickelt werden können, tritt übrigens auch bei anderen Schlechtwetterlagen auf, wenn auch nicht ganz so deutlich wie in den hier beschriebenen Fällen. Lange: „Der Flughafen schafft sein Pensum nur bei gutem Wetter, wenn alle Randbedingungen optimal sind. Jede kleine Störung führt unweigerlich zu Verspätungen.“

Die Auswertung aller Flugbewegungen im Januar 2019 finden Sie unter Download:

Auswertungen Januar 2019